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Cyber Resilience ActMeldung

Ratgeber - Produktklassen

Was ist der Unterschied zwischen wichtigen und kritischen Produkten im CRA?

Die Klasse bestimmt das Konformitätsverfahren, nicht die Meldepflicht

Die Verordnung unterscheidet drei Gruppen: die übrigen Produkte mit digitalen Elementen, wichtige und kritische. Wer die eigene Gruppe kennt, weiß, welche Konformitätsroute er ab Dezember 2027 gehen muss.

Die Kurzfassung

Kritische Produkte tragen die strengsten Verfahren, wichtige die zweitstrengsten

Ein wichtiges oder kritisches Produkt ist eines, dessen Kategorie in Anhang I oder II der Verordnung steht. Kritische Kategorien sind zum Beispiel Identitätsmanagementsysteme, Betriebssysteme für Server und Firewalls. Wichtige Kategorien umfassen unter anderem Bürosoftware und Tabellenkalkulationen. Für kritische Produkte sieht die Verordnung die Beteiligung einer notifizierten Stelle vor, für die meisten wichtigen je nach Klasse ebenfalls, für die übrigen Produkte die Selbstbewertung des Herstellers.

Die Übersicht

Die drei Gruppen und ihre Konformitätsroute

GruppeWo sie stehtKonformitätsrouteMeldepflicht Art. 14
Übrige Produktenicht in Anhang I oder IISelbstbewertung des Herstellersja
Wichtige ProdukteAnhang I, Kategorien III und IVje nach Klasse Selbstbewertung oder notifizierte Stelleja
Kritische ProdukteAnhang II, Kategorien I und IInotifizierte Stelle, Klasse Ija

Die Spalte Meldepflicht ist in allen Zeilen gleich, und das ist kein Versehen der Tabelle: Artikel 14 knüpft nicht an die Klasse an, sondern an das Produkt mit digitalen Elementen im Anwendungsbereich. Ein kleines Büroprogramm und eine Firewall haben dieselben Meldefristen.

Die Klasse entscheidet über das Prüfverfahren, nicht über die Meldung. Wer meldet, meldet.

Die Praxis

Die Einstufung folgt der Kategorie in den Anhängen, nicht dem Produktnamen

Wie die Prüfung abläuft

Die Einstufung beginnt mit der Suche der eigenen Kategorie in den Anhängen I und II. Trifft keine Kategorie zu, bleibt das Produkt in der Gruppe der übrigen. Trifft eine zu, entscheidet die Beschreibung des Eintrags, ob das eigene Produkt hineinfällt: Manche Einträge verlangen zum Beispiel, dass das Produkt für den Einsatz in einer bestimmten Umgebung bestimmt ist.

Die Klassen innerhalb der Kategorien, wichtig I bis IV und kritisch I bis II, bestimmen dann die Einzelheiten des Konformitätsverfahrens. Die Zuordnung sollte mit der Fundstelle in der eigenen Produktakte stehen, weil eine Behörde sie im Zweifel nachvollzieht.

Der Grund

Warum die Verordnung Produkte unterschiedlich behandelt

Das Interesse hinter den Klassen

Die Streuung der Schäden rechtfertigt den Aufwand. Ein kompromittierter Router in einem Rechenzentrum kann Folgen für tausende Nutzer haben, ein Kalenderprogramm für einen. Die Verordnung staffelt deshalb den Prüfaufwand nach der Reichweite des Produkts. Wer bezahlt, ist der Hersteller des betroffenen Produkts, und wer profitiert, ist jeder, der auf Infrastrukturkomponenten angewiesen ist.

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